Wallenstein

[346] Wallenstein (Waldstein), Albrecht Wenzel Eusebius von, Herzog von Friedland, kaiserlicher Generalissimus im Dreißigjährigen Kriege, geb. 24. Sept. 1583 auf dem Gute Heřmanitz an der Elbe in Böhmen aus der Arnauer Linie des Geschlechtes Waldstein (s. Waldstein-Wartenberg), gest. 25. Febr. 1634 in Eger. Nach dem frühen Tode seiner Eltern Wilhelm von W. und Margarete, einer gebornen Smiricky, die sich zum böhmisch-evangelischen Glauben bekannt hatten, stand W. unter der Vormundschaft seines Oheims Heinrich von Slawata, der ihn zu Koschumberg und Goldberg in Schlesien die Lateinschule besuchen ließ. Im August 1599 bezog er die lutherische Universität Altdorf, die er aber wegen seines Ärgernis erregenden Treibens schon Anfang 1600 verlassen mußte. Er unternahm Reisen nach Frankreich und Italien in Begleitung des Astronomen Virdung und ging dann als Page nach Innsbruck zum Markgrafen Karl[346] von Burgau, dem Sohne Erzherzog Ferdinands und der Philippine Welser. Die Nachrichten, daß er hier oder schon früher im Olmützer Jesuitenkonvikt zum katholischen Glauben übergetreten sei, sind unerwiesen. Frühzeitig schwärmte W. für das Soldatenwesen, scheint schon 1604 den ungarischen Feldzug gegen die Türken mitgemacht und 1606 als Oberst die Führung eines Regiments übernommen zu haben. Jedenfalls war W. schon katholisch, als er sich durch Vermittelung der Olmützer Jesuiten 1609 mit einer reichen, aber bejahrten Witwe, Lukretia v. Wickow, gebornen Nekesch v. Landeck, vermählte, nach deren Tode (1614) ihm ansehnliche Güter in Mähren zufielen, während er auch 14 Güter von seinem Oheim erbte. 1617 trat er zum erstenmal in Beziehung zu Erzherzog Ferdinand von Steiermark, indem er ihn im Kriege mit Venedig durch eine Anzahl Reiter und Fußvolk unterstützte und viel zur Rettung der belagerten Festung Gradisca beitrug. Nach dem Frieden ward er zum kaiserlichen Obersten ernannt und in den Grafenstand erhoben. Bei dem Aufstande der böhmischen und mährischen Stände 1618 schloß er sich seinen Landsleuten nicht an und flüchtete, als sein Regiment ihn verließ, mit der mährischen Kriegskasse aus Olmütz zu Ferdinand, der ihm das Kommando eines auf Wallensteins Kosten in Flandern geworbenen Kürassierregiments übertrug. Mit diesem leistete W. bei der Niederwerfung des böhmischen Aufstandes 1619 bis 1620 wichtige Dienste, obwohl er an der Schlacht auf dem Weißen Berg nicht teilnahm. Bei dem Strafgericht über die Teilnehmer an der Empörung wußte W. seine Habgier durch die Erwerbung eines ungeheuern Güterkomplexes zu befriedigen, indem er teils durch Benachteiligung seiner Verwandten die reichen Besitzungen der Familie seiner Mutter an sich brachte, teils durch enorme Forderungen an die kaiserliche Kasse für geleistete Vorschüsse von Ferdinand Güter im Werte von 5 Mill. Gulden erlangte, für die er kaum 1–11/2 Mill. in echter Münze bezahlte. Beim Kaiser stand er in hoher Gunst; 1622 verlieh er ihm die Würde eines Comes palatinus, und als er sich 9. Juni 1623 mit Isabella Katharina von Harrach vermählt hatte, erhob ihn Ferdinand 7. Sept. d. J. in den Reichsfürstenstand und seinen gewaltigen Länderkomplex, dessen Mittelpunkte Gitschin und Friedland waren, 12. März 1624 zum Fürstentum Friedland; schon im folgenden Jahre erfolgte 13. Juni die weitere Standeserhöhung zum Herzog von Friedland. Als der Kaiser durch den niedersächsischen Bund 1625 in neue Bedrängnis kam, erbot sich W., ein Heer von ca. 20,000 Mann auf eigne Kosten auszurüsten und zu besolden, wogegen er nur unbedingte Vollmacht über die Erhebung von Geld und Naturalien in den feindlich gesinnten Provinzen des Reiches verlangte. Der Kaiser gab hierzu seine Einwilligung. Auf diese Weise wußte W. nicht bloß seine Armee zu erhalten und sich selbst zu bereichern, sondern auch durch militärische Zucht und ökonomische Verwendung der Mittel die völlige Aussaugung der betroffenen Lande zu vermeiden und ihnen die Existenz zu ermöglichen. Am 25. Juli 1625 zum Generalissimus und Feldmarschall ernannt, zog W. 2. Sept. von Eger nach der Weser und näherte sich im Herbste der Elbe, sein Hauptaugenmerk auf die Erzstifte Magdeburg und Halberstadt werfend. In letzterm Gebiet schlug er dann seine Winterquartiere auf. Als sich ihm hier Graf Ernst von Mansfeld, vom Dänenkönig Christian IV. berufen, entgegenstellte, um über Brandenburg nach Böhmen einzurücken, besetzte W. den Elbpaß an der Dessauer Brücke und trug 25. April 1626 bei Dessau einen vollständigen Sieg über Mansfeld davon, der dann über Schlesien nach Ungarn zu Bethlen Gabor abzog und, von diesem verlassen und verraten, in Bosnien unrühmlich starb. W. hatte auf seiner Verfolgung Mansfelds in Ungarn sein Heer fast zur Hälfte eingebüßt, aber Anfang 1627 dasselbe wieder erneuert, und vereinigte sich im September mit Tilly und Herzog Georg von Lüneburg in Lauenburg zur Eroberung von Mecklenburg, Holstein, Schleswig und Jütland, die noch vor Ablauf des Jahres bewirkt wurde. Der Kaiser erkannte die Verdienste Wallensteins an durch die Belehnung mit den Herzogtümern Mecklenburg (im Januar 1628) und Sagan (im Februar 1628), der Ernennung zum General des Ozeanischen und Baltischen Meeres (im April 1628) und andre Gunstbezeigungen. Allein der Seekrieg 1628 verlief für W. weniger günstig. Stralsund, von Dänemark und Schweden unterstützt, behauptete sich, so daß W. Anfang August die Belagerung aufheben mußte, und nur durch den Landsieg bei Wolgast gegen König Christian (22. Aug.) sicherte er Pommern und setzte schließlich (im Juni 1629) den Lübecker Frieden mit Dänemark durch. Mit rücksichtsloser Anmaßung und gebieterischem Ton war W. stets den deutschen Reichsständen, auch den katholischen Fürsten, entgegengetreten und hatte, wo es die Erhaltung seines Heeres galt, ihre Rechte sehr oft mit Füßen getreten. Das höhere Ziel, das W. neben der Befriedigung seines Ehrgeizes und seiner Habsucht verfolgte, war nicht die Herrschaft des Katholizismus, sondern die Herstellung einer unbeschränkten Militärherrschaft. Immer wieder wurden Klagen über W. am kaiserlichen Hofe laut; sein heftigster Gegner war das Haupt der Liga, der Kurfürst von Bayern, der durch Wallensteins Militärmacht in den Hintergrund gedrängt wurde. Da nun der Kaiser nach dem Erlaß des Restitutionsedikts und der Landung Gustav Adolfs in Pommern die Hilfe der Liga nicht entbehren konnte, mußte er 1630 auf dem Kurfürstentag in Regensburg die Entlassung Wallensteins zugestehen. Derselbe zog sich hierauf in seine Residenz Gitschin zurück, wo er in königlicher Pracht lebte, in so feindseliger Gesinnung gegen den Kaiser, daß er sogar 1631 mit Gustav Adolf über eine gemeinsame Aktion in übrigens erfolglose Unterhandlungen sich einließ. Gustav Adolfs siegreiches Vordringen, sein glänzender Sieg über Tilly bei Breitenfeld (17. Sept. 1631) überzeugte Ferdinand II. bald von der Notwendigkeit, den Herzog von Friedland wieder an die Spitze des Heeres zu stellen. W. lehnte die Einladung, an den kaiserlichen Hof zu kommen, ab, und es war des Fürsten Eggenberg ganze Überredungskunst nötig, ihn in einer Zusammenkunft zu Znaim (im Dezember 1631) zu vermögen, zunächst provisorisch für drei Monate das Generalat wieder zu übernehmen. Schon in den ersten Tagen des April 1632 hatte er eine neue Armee von 40,000 Mann beisammen. Im Vertrag von Göllersdorf (13. April 1632) wurden dann die Bedingungen festgesetzt, unter denen W. dauernd den Oberbefehl annahm: weder der Kaiser noch sonst jemand durfte gegen seine Armeeführung Einspruch erheben; bis zum Frieden sollte W. oberster Generalissimus des Reiches, Österreichs und Spaniens sein und keinen unabhängigen Heerführer neben sich haben (Tilly war eben damals gefallen); im Falle des Verlustes von Mecklenburg sollte W. ein andres Reichsfürstentum, einstweilen das schlesische Fürstentum Glogau, pfandweise erhalten, endlich in den eroberten Landen die höchsten[347] kaiserlichen Prärogative, Konfiskation und Begnadigung, üben dürfen. Nachdem W. in kurzer Zeit die Sachsen aus Böhmen geworfen, wandte er sich nach Nürnberg, um Bayern von den bis nach München vorgedrungenen Schweden zu befreien. Einen Angriff, den Gustav Adolf auf sein Lager bei Fürth machte, schlug er 3. Sept. 1632 ab und zwang den König, seine dortige Stellung aufzugeben. Friedensanträge Gustav Adolfs lehnte er ab, und während dieser Bayern aufs neue bedrohte, wendete sich W. nach Sachsen, wo er aber 16. Nov. von jenem bei Lützen (s. d.) geschlagen wurde; allerdings verlor Gustav Adolf hier sein Leben. W. zog sich sodann nach Böhmen zurück und benutzte den Winter zur Erneuerung seines Heeres. Zugleich vollzog er in Prag 14. Febr. 1633 ein furchtbares Strafgericht an einer Anzahl Offiziere, denen er den Verlust der letzten Schlacht zuschrieb, indem er sie teils hinrichten, teils ihrer Ehre und ihres Ranges entkleiden ließ. Mitten in den Vorbereitungen zum nächsten Feldzug knüpfte er Unterhandlungen mit den Schweden und Sachsen an. Gerüchte hiervon und sein langes Zögern, den Kampf aufzunehmen, stärkten seine Gegner am Kaiserhofe und trübten ernstlich das Verhältnis des Kaisers zu W., der damals tatsächlich eigne Pläne im Auge hatte. Erst im Spätfrühjahr rückte er nach Schlesien, wo sächsische, brandenburgische und schwedische Truppen eingedrungen waren, beschränkte sich aber auf unbedeutende Unternehmungen und knüpfte bald Unterhandlungen über den Frieden im Reich mit den feindlichen Befehlshabern, namentlich mit seinem alten Untergebenen, dem sächsischen General Arnim, an, die aber erfolglos blieben, da der Kaiser zu wenig nachgiebig war. Auch mit Frankreich trat W. in geheime Verbindung, ging jedoch auf den Plan, ihn zum König von Böhmen zu erheben, nicht ein, sondern faßte eher die Kurpfalz als Ersatz für das verlorne Mecklenburg ins Auge.

Im Herbst ergriff er plötzlich wieder die Offensive. Zuerst drängte er die Sachsen und dann die Brandenburger in ihr Land zurück, nahm hierauf 23. Okt. ein schwedisches Korps von 5000 Mann und 60 Geschützen bei Steinau a. O. gefangen und entsendete sogleich ein Korps nach Brandenburg, während er selbst mit der Hauptmacht in die Lausitz marschierte, wodurch er den Kurfürsten von Brandenburg zum Waffenstillstand nötigte und Görlitz, Bautzen und Frankfurt einnahm. Da traf ihn der Befehl des Kaisers, sofort durch Böhmen in die Oberpfalz zu marschieren, um dem von den Schweden bedrängten Kurfürsten von Bayern zu Hilfe zu kommen. W. marschierte aber nur bis Pilsen, berief hier 16. Dez. einen Kriegsrat seiner Offiziere, der die Unmöglichkeit eines Winterfeldzugs an die Donau bekräftigte. Diese Vorgänge wurden von der W. feindlichen Partei am Wiener Hof, anderen Spitze der König von Ungarn (Ferdinand III.), der spanische Gesandte Oñate und der Hofkriegsratspräsident Graf Schlik standen, benutzt, um W. der Unbotmäßigkeit, ja des Verrates anzuklagen. Auch Ferdinand 11. war der eigenwillige Feldherr längst unbequem, noch mehr die Pflicht, die er auf sich genommen, ihn für Mecklenburg zu entschädigen, was auf Reichskosten unmöglich war, da W. keine entscheidenden Siege erfochten und keine erheblichen Eroberungen gemacht hatte. Als W. darauf in seinem Hauptquartier zu Pilsen den Obersten seine Absicht kundgab, der Umtriebe seiner Feinde wegen abzudanken, drängten ihn dieselben, seine Abdankung aufzuschieben, und unterzeichneten bei einem Bankett (12. Jan. 1634) einen Revers (der sogen. erste Pilsener Schluß), der sie zum Ausharren beim Generalissimus auch für den Fall, daß der Kaiser ihn entlasse, verpflichtete. Jetzt nahm W. die Friedensunterhandlungen mit Sachsen wieder auf und war entschlossen, auch gegen den Kaiser mit Sachsen im Bunde den Frieden im Reiche herzustellen und sich das ersehnte Reichsfürstentum (Böhmen tauchte in den Verhandlungen mit Frankreich wieder auf) zu sichern. Inzwischen begann der Kaiser, der von Spanien und Bayern durch übertriebene, unwahre Berichte aufgestachelt wurde, die Armee W. abtrünnig zu machen. Gallas, Aldringen, Marradas, Colloredo und Piccolomini wurden gewonnen, und 24. Jan. unterzeichnete der Kaiser ein Patent, durch das der Herzog des Kommandos entsetzt und die Obersten, denen man (mit Ausnahme von Ilow und Trzka) Verzeihung versprach, angewiesen wurden, Gallas zu gehorchen. Einen Handstreich auf Pilsen, um W. gefangen zu nehmen, wagten Aldringen und Piccolomini jedoch nicht. Dennoch wuchs die kaiserliche Autorität in Wallensteins Heer, und bei einer zweiten Versammlung der Obersten 19. Febr. (zweiter Pilsener Schluß) erlangte W. nur unter Vorbehalt des kaiserlichen Dienstes das erneute Versprechen des Gehorsams und unterzeichnete am folgenden Tage mit 30 Offizieren eine Erklärung, worin er gegen die Verdächtigung der Untreue protestierte. Als dann aber, nach Erlaß eines zweiten kaiserlichen Patents vom 18. Febr., das ihn des Verrats beschuldigte und die Offiziere jeder Verpflichtung gegen den Generalissimus entließ, ihm zuerst die Garnison von Prag offen den Gehorsam verweigerte, warf W. sich nach Eger, um sich hier mit den Sachsen und Schweden zu vereinigen. Auf dem Wege schloß sich ihm Oberst Butler mit seinem Dragonerregiment an, der entschlossen war, W. lebend oder tot in des Kaisers Gewalt zu liefern. Am 24. Febr. kam W. in Eger an. Butler gewann die Befehlshaber in Eger, Gordon und Lesley, protestantische Schotten, für sich, und Gordon veranstaltete 25. Febr. abends ein Gastmahl, bei dem die Anhänger des Herzogs, die Generale Ilow, Trzka, Kinsky und Rittmeister Neumann, niedergemacht wurden. Von hier begab sich Hauptmann Devereux, ein Irländer, mit einigen Soldaten in die Wohnung Wallensteins, das Haus des Bürgers Pachelbel am Markt. Als W., im Begriff zur Ruhe zu gehen, das Waffengeräusch hörte, ging er nach dem Fenster, um die Wache zu rufen; aber in diesem Augenblick drang Devereux ein und stieß ihm die Partisane in die Brust. Der Leichnam wurde 1636 von Mies, wo er bis dahin in der Franziskanerkirche gelegen hatte, zuerst nach der Kartause Walditz bei Gitschin gebracht und dann 1744 in der Münchengrätzer Schloßkapelle dauernd beigesetzt. Wallensteins Güter wurden nach kaiserlichem Urteilsspruch konfisziert und an die von W. abgefallenen Generale verteilt; die Wallensteinsche Herrschaft Friedland erhielt Gallas.

W. war von hoher Gestalt, hatte einen muskulösen, aber magern Körper, eine gelbliche Gesichtsfarbe, hohe Stirn, kurzgeschnittenes, schwarzes Haar und einen dünnen Bart. Seine schwarzen Augen waren voll Feuer und ehrfurchtgebietend. (Sein Bildnis s. Tafel »Feldherren des Dreißigjährigen Kriegs« im 5. Bd.) Der Ausdruck des Gesichts war kalt und zurückstoßend. Er lebte mäßig, war sehr tätig, aber wortkarg, ungeduldig bis zum Eigensinn, streng bis zur Grausamkeit und freigebig bis zur Verschwendung. In seinem Privatleben war er ein Muster ökonomischer, das Größte und Kleinste überwachender Ordnung und Wirtschaft.[348] Mit seiner zweiten Gemahlin lebte er in glücklichster Ehe; ihre Tochter Maria Elisabeth heiratete später einen Grafen Kaunitz. W. war unbestritten einer der größten Heerführer seines Jahrhunderts, der in kurzer Zeit Heere zu schaffen, kampftüchtig zu machen und zum Siege zu führen verstand. Der Hauptbeweggrund für sein Handeln war die Sucht nach Erhebung zum Reichsfürsten und Erwerbung eines großen Länderbesitzes; doch fehlte ihm der kühne Mut zu entschlossenem Handeln, und er verscherzte schließlich das Vertrauen aller, mit denen er verhandelte. Obwohl er dem Kaiser als Reichsfürst, nicht als Untertan gegenüberstand und dieser kein Recht hatte, ihn wegen Verrats zu strafen, so fiel W. doch nicht ohne Schuld als Opfer seiner maßlosen Selbstsucht und seiner Unschlüssigkeit.

Literatur. Aus österreichischen Urkunden hat F. Försterin seinen »Briefen Wallensteins« (Berl. 1828–29, 3 Bde.), in der Biographie »W.« (Potsd. 1834) und in »Wallensteins Prozeß vor den Schranken des Weltgerichts« (Leipz. 1844) die Grundlosigkeit der ihm zur Last gelegten Verbrechen nachzuweisen gesucht. Vgl. Aretin, Wallenstein (Regensb. 1846); Helbig, W. und Arnim 1632–1634 (Dresd. 1850) und Der Kaiser Ferdinand und der Herzog von Friedland während des Winters 1633–1634 (das. 1852); Hurter, Zur Geschichte Wallensteins (Schaffh. 1855) und Wallensteins vier letzte Lebensjahre (Wien 1862); v. Ranke, Geschichte Wallensteins (5. Aufl., Leipz. 1895); Patsch, A. v. Wallensteins Studentenjahre (2. Aufl., Prag 1889) und Wallensteins erste Heirat (das. 1889); Irmer, Die Verhandlungen Schwedens und seiner Verbündeten mit W. und dem Kaiser (Leipz. 1888–1891, 3 Tle.) u. a. Gegen Hurter verteidigten W. Hallwich (»Wallensteins Ende«, Leipz. 1879, 2 Bde.), Schebek (»Die Lösung der Wallensteinfrage«, Berl. 1881) und BilekBeiträge zur Geschichte Waldsteins«, Prag 1886); wogegen Gaedeke (»Wallensteins Verhandlungen mit den Schweden und Sachsen«, Frankf. 1885) und Hildebrand (»W. und seine Verbindungen mit den Schweden«, das. 1885) die Anklage des Verrats gegen W. erneuerten und Gindely (»Waldstein während seines ersten Generalats 1625–1630«, Prag 1886, 2 Bde., und in Streitschriften gegen Hallwich) seinen Eigennutz und seine Herrschsucht darlegte. Vgl. auch Kugler, Wallenstein (im »Neuen Plutarch«, Bd. 10, Leipz. 1884); H. Schulz, W. und die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (Bielef. 1898); F. Stieve, Wallensteins Übertritt zum Katholizismus (in den Sitzungsberichten der Münchener Akademie der Wissenschaften, 1897), Zur Geschichte Wallensteins (ebenda, 1898) und W. bis zur Übernahme des ersten Generalats (in der »Historischen Vierteljahrsschrift«, Bd. 2, 1899, S. 211); P. Schweizer, Die W.-Frage in der Geschichte und im Drama (Zürich 1899); V. Loewe, Die Organisation und Verwaltung der Wallensteinschen Heere (Freiburg 1895); Vetter, W. in der dramatischen Dichtung des Jahrzehnts seines Todes (Frauenfeld 1894). Eine Zusammenstellung der W.-Literatur (1865 Nummern) boten G. Schmid und V. Loewe in den »Mitteilungen für die Geschichte der Deutschen in Böhmen«, 1879, 1883, 1885, 1896 und 1902.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 346-349.
Lizenz:
Faksimiles:
346 | 347 | 348 | 349
Kategorien:

Buchempfehlung

Naubert, Benedikte

Die Amtmannin von Hohenweiler

Die Amtmannin von Hohenweiler

Diese Blätter, welche ich unter den geheimen Papieren meiner Frau, Jukunde Haller, gefunden habe, lege ich der Welt vor Augen; nichts davon als die Ueberschriften der Kapitel ist mein Werk, das übrige alles ist aus der Feder meiner Schwiegermutter, der Himmel tröste sie, geflossen. – Wozu doch den Weibern die Kunst zu schreiben nutzen mag? Ihre Thorheiten und die Fehler ihrer Männer zu verewigen? – Ich bedaure meinen seligen Schwiegervater, er mag in guten Händen gewesen seyn! – Mir möchte meine Jukunde mit solchen Dingen kommen. Ein jeder nehme sich das Beste aus diesem Geschreibsel, so wie auch ich gethan habe.

270 Seiten, 13.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier II. Sieben Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier II. Sieben Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Michael Holzinger hat für den zweiten Band sieben weitere Meistererzählungen ausgewählt.

432 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon