Perū

[878] Perū, 1) ehemals spanisches Vicekönigreich in Südamerika, an Neugranada, Chile, Rio de la Plata, Brasilien u. dem Stillen Ocean grenzend, hatte 30,000 (21,662, n.A. 51,370) QM.; begriff früher das jetzige P., nebst Quito, Charcas, Westchile u. einige andere Landstriche, später Lima, La Paz u. einen Theil von Chile; jetzt 2) Republik, aus jenem gebildet; grenzt im Westen an den Stillen Ocean, im Norden an die Republik Ecuador, im Osten an das Kaiserreich Brasilien u. die Republik Bolivia, im Süden an Bolivia; Flächenraum: 23,941 geograph. QM.; darunter über 10,000 QM. Pampas. Das ganze Land wird von Süden nach Norden von den beiden großen Parallelgebirgen der Cordilleren u. Anden (s.b.) u. mehren Zweigen derselben durchzogen. Die bedeutendsten Spitzen sind: Tajora (Chipicani, 17,760 Fuß), Pichu-Pichu (17,500 F.), Arequipa (Vulkan, 18,373 F.); Cerro de Chuquibamba (20,600 F.); ein Hochplateau (11–12,000 F.) liegt zwischen den beiden Hauptketten. Die Ebene Montaña real. Vorgebirge: Blanco, Aguja (wahres u. falsches) Penotas, Colos u.a.; in den östlicher gelegenen, weniger bekannten Gegenden wechseln dichte Urwälder mit freien Grasebenen (Pampas). Flüsse: Maranhão (später Amazonenstrom), mit dem Huallaja (läuft 100 Meilen, Nebenfluß Manzon, Huayabamba, Moyobamba), Tunguragua, Ucayate (Apurimac, mit dem Vilcabamba, Xauxa, Tapichi u.a.), Yavari (Hyabari), Yutai, Yurua, Puru, Madeira u.a. Seen: Titicaca (s.d.), Roguaguado (7 Meilen lang, 4 Meilen breit), Lauricocha, Tapichi u.a. Die 6–20 Meilen breiten Küstengegenden, Valles, haben heißes, durch Seeluft sehr abgekühltes Klima, wenig Regen, viel Thau, sind öfteren Erdbeben ausgesetzt; die Berggegenden, Sierras, aber sind rauher, nur einige Bergspitzen tragen Schnee. Producte sind: Gold, Platin, Silber, Quecksilber (reichlich), Kupfer, Eisen, Zinnober, allerhand Edelsteine, Schwefel, Salz (Stein- u. Seesalz), Mineralquellen; Hausthiere, meist von den Europäern herüber gebracht, Pumas, Stinkthiere, Gürtelthiere, Lamas, Vicunnas, Condors, Cochenillen, Purpurschnecken, Seidenraupen, Fische, Guano (s.d.); ferner Chinarinde, Zucker, Baumwolle, Cacao, Vanille, Kaffee, Ingwer, Mais u. viele andere Getreidearten, Peruvianischer Balsam, Kartoffeln, Aracatscha, Cherimonias, Coca, Sassaparille u.a. Droguen, allerhand Holzarten etc. Die Gesammtbevölkerung belief sich 1859 auf 2,500,000 Ew., wovon 14 Procent Weiße (Creolen, Hispano-Peruaner), 60 Procent Indianer (namentlich in den östlichen Theilen), darunter: Schipios (festwohnend), Xeberos (Cheberos, am Marañon), Cachapoyas, Maxorunas, Naunas, Piros, Paguanos, diese alle in der Nähe des Ucayate, Yurimaguas (am Hualaga), Ayacores, Ayaunacas, Ayauiris, Atavillos, Remos, Scires (mit schönen Weibern), Sencis (verbrennen ihre Todten u. genießen ihre Asche im Getränke), Humuranos (zum Theil Christen), Autis, Panos (mit Büchern, darin Hieroglyphen), Toromonas u.a., 24 Proc. Mischlinge aller Art u. 2 Proc. Neger. Der Hauptreichthum des Landes bietet das Mineralreich, daher der Bergbau eine der bedeutendsten Erwerbsquellen, nächstdem ist Ackerbau u. Viehzucht Hauptbeschäftigung. [878] Industrie ist noch in der Entwickelung begriffen, am wichtigsten in Wolle u. Baumwolle. Handel wird meist zur See mit Landesproducten u. vorzugsweise durch die Engländer betrieben); Einfuhr: 87 Mill. Franken, Ausfuhr: 33 Mill. Franken. Münzen, wie in Bolivia (s.d.); man rechnet nach Pesos zu 8 Reales od. 100 Centavos, 1 Peso = 1 Thlr. 121/2 Sgr.; Maße u. Gewichte officiell die spanisch-castilischen, s.u. Spanien (Geogr.), im Handel die englischen (s.u. Großbritannien). Die zu Huancaya am 10. Nov. 1839 angenommene Verfassung überträgt die Ausübende Gewalt einem auf 6 Jahr gewählten Präsidenten (1858–64 Ramon Castilla), welcher vier Minister (für Inneres, Unterricht u. Wohlthätigkeit; Äußeres, Gerechtigkeit u. Kirche; Krieg u. Seewesen; Finanzen) neben sich hat. Die Gesetzgebende Gewalt theilt ein aus 21 Mitgliedern bestehender Senat mit der aus 75 Mitgliedern gebildeten Kammer der Abgeordneten, welche sich alle 2 Jahre u. auch dann nur auf kurze Zeit zur Berathung der ihnen vorgelegten Gesetze versammeln. Zwischen der Vollziehenden u. Gesetzgebenden Gewalt steht vermittelnd ein Staatsrath aus 15 von den Kammern erwählten Mitgliedern, welcher die Bewahrung der Verfassung u. Gesetze überwacht. Die Abgeordneten werden alle 2 Jahr zum dritten Theil, die Senatoren alle 4 Jahre zur Hälfte erneuert. Die Richterliche Gewalt wird durch den Höchsten Gerichtshof in Lima, durch Appellhöfe in allen Hauptstädten der Departements, durch Bezirksgerichte u. Friedensrichter ausgeübt. Außerdem gibt es Handels-, Berg-, Zehnt-, Wasser- u. Prisengerichte. Die Katholische ist Staatsreligion u. die Ausübung bürgerlicher Rechte an ihr Bekenntniß gebunden. Unter dem Erzbischof von Lima stehen die Bischöfe von Truxillo, Chachapayas, Ayacucho, Cuzco u. Arequipa, nebst zahlreichen Welt- u. Klostergeistlichen. Einkünfte: 18 Mill. Pesos; Ausgaben: 16 Mill.; Schulden: gegen 46 Mill. Militär: 8000 Mann (8 Bataillone Infanterie, 3 Regimenter Cavallerie, 2 Bataillone Artillerie); die Soldaten nehmen ihre Beischläferinnen (Rabonas) mit in den Krieg; Seemacht: 15 Schiffe (darunter 2 Fregatten u. 2 Dampfer), mit zusammen 104 Kanonen. An Eisenbahnen besitzt P. die kleine Bahn von Lima nach dem Hafen von Callao u. die von Arica nach Tacna (8 Meilen lang). Eintheilung in die 11 Departements: Amazonas, Ancas, Arequipa, Ayacucho, Cuzco, Huancavelica, Junin, Libertad, Lima, Moquegua u. Puno u. 2 Provinzen: Callao u. Piura. Hauptstadt Lima. Vgl. Pöppig, Reise in Chile u. P., Leipz. 1836, 2 Bde.; Tschudi, P., St. Gallen 1845 ff., 2 Bde.; Ledesma, Outlines of the Geographie of P. (Journ. of the R. Geogr. Soc. Vol. 26), Lond. 1858.

Die Peruaner gehörten zu den gebildetsten Völkern der neuen Welt. Dem Staate stand der Inka (Ynka) als monarchischer u. theokratischer König vor. Als Ehrenzeichen trugen die Inkas das Haar kurz verschnitten u. um den Kopf den Llautu, eine geflochtene Schnur von verschiedenen Farben, gewunden; in den durchlöcherten Ohrläppchen Schnüre mit großen Ringen, auf dem Gelenke der Hand eine Art goldenes Medaillon (Chipana). Bekleidet waren sie mit einem Unterkleid (Unku), welches bis an das Knie reichte, u. mit einem weiten Obergewande (Yakolla), welches mit einer Schnur um den Leib gegürtet war, woran ein viereckiger Beutel hing, das Kraut Kuka enthaltend, welches sie zu kauen pflegten. Der Inka residirte in Cuzco, u. seine Diener waren aus den zunächst um Cuzco gelegenen Städten gewählt. Ließ sich der Inka öffentlich sehen, so wurde er auf einem goldenen Stuhle getragen. Die Geburt u. noch mehr die Entwöhnung u. Namengebung des Thronerben war mit glänzenden Festen verbunden. Im 16. Jahre wurde er wehrbar gemacht u. zum Kronprinzen erklärt, im 25. Jahre erfolgte die Vermählung mit seiner ersten Gemahlin u. künftigen rechtmäßigen Königin (Mamanchik). Der verstorbene Inka wurde einbalsamirt u. in dem Tempel der Sonne in Cuzco aufgestellt. Einen Monat lang dauerte die tiefe u. ein ganzes Jahr die halbe Trauer. Der neue Inka bediente sich nie des Zimmers u. der Geräthe seines Vaters, oft baute er sich sogar einen neuen Palast. Staatsverfassung: alle Gesetze wurden im Namen der Gottheit gegeben. Das Volk war in Klassen von 10 (Chunkas), 50 u. 100 Bürgern getheilt, welche Vorsteher in höher steigendem Range hatten; diese Vorsteher hatten eine patriarchalische Macht, sie mußten sich um das Hauswesen ihrer Untergebenen bekümmern, ihnen beistehen, für sie bitten, sie vertheidigen u. ihre Vergehungen dem höheren Vorsteher anzeigen. Das ganze Reich war in vier Provinzen getheilt, über jeder stand ein Vicekönig (Kuraka) aus königlichem Geblüt; derselbe hatte zunächst die einzelnen Vorsteher der Hundert u. dann drei Dikasterien unter sich, welche die Verwaltung des Krieges, der Rechtspflege u. der Grenze besorgten. Die Strafen auf Verbrechen waren hart u. stets körperlich; auch auf den Müssiggang waren Strafen gesetzt. Alle Monate wurde von den Vorstehern bei den Höheren Rechenschaft abgelegt. Eine Art geheime Polizei bildeten die vom König abgesandten Aufseher (Kukuy-Rikok), welche den König immer von allem unterrichteten, was im Reiche vorging. In eroberten Ländern wurden die Häuptlinge in ihrer Würde gelassen, mußten aber den Inka als ihren Oberherrn anerkennen; die Ländereien wurden in drei Theile getheilt, der erste blieb den Einwohnern zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, der zweite wurde für den Sonnentempel u. der dritte für den Inka u. dessen Diener bestimmt. Beim Ackerbau galt das Gesetz, daß zuerst die Felder der Armen, dann die der übrigen Bürger u. zuletzt die der Sonne u. des Inka gepflügt, besäet u. abgeerntet wurden. Commissarien hatten darüber die Aufsicht u. machten öffentlich bekannt, wenn jede Arbeit beginnen sollte. Die von den Äckern der Sonne u. der Inkas geernteten Früchte wurden in Magazinen aufbewahrt, u. davon wurden dann alle zum Staats- u. Gottesdienst gehörenden Personen unterhalten; was endlich in den Magazinen übrig blieb, wurde zum Besten der Armen verwendet. Eigentliche Abgaben fanden nicht statt, aber vom 25. bis 50. Jahre mußte jeder Bürger im Jahre einen Monat lang für den König arbeiten. Frei davon waren die Abkömmlinge aus dem Geschlecht der Inkas, alle Priester u. Tempeldiener, die im Felde stehenden Soldaten, alle Offiziere, alle höheren Staatsbeamten bis auf die Aufseher über 100. Das Jagdrecht hatten allein die Könige u. die Provinzialstatthalter. Die Verheirathungen unter denen aus dem Geschlechte der Inkas geschahen alle Jahre einmal, u. der König selbst legte in der Residenz die Hände der Brautleute in einander, worauf eine drei- bis viertägige Hochzeit gehalten wurde. Auf[879] diese Art wurden auch die übrigen Einwohner des Reiches durch die einzelnen Klassenvorsteher an bestimmten Tagen vermählt. Keiner durfte aus einer Klasse in eine andere heirathen. Jedes Paar bekam eine neue Wohnung, welche die Gemeinde, wozu es gehörte, besorgen mußte; auch ein Stück Feld wurde vom König angewiesen. Niemand durfte seine Grundstücke veräußern. Ein Kind bekam erst mit dem zweiten Jahre bei der Entwöhnung einen Namen, wobei ein Fest gefeiert wurde. Das Jahr der Peruaner war ein Mondenjahr von 12 Monaten. Die Zeit der Nachtgleichen fand man, wenn die Sonne bei ihrem Aufgang gerade zwischen zwei kleinen dazu erbauten Thürmen durchschien, welche Beobachtung der Inka selbst machte; die Zeit der Sonnenwenden wurde aus dem Schatten aufgerichteter Säulen bestimmt. Sonnenfinsternisse waren Zeichen des göttlichen Zornes, Mondfinsternisse deuteten auf Krankheit dieses Gestirns; Geschrei u. Lärmen sollte seine Lebenskraft ermuntern. Über die Religion der Peruaner s. Peruanische Religion.

Nach der Sage wurde das Reich Peru im 12. Jahrh. v. Chr. durch Manco Capac gegründet, welcher mit seiner Gemahlin Mama Oello von der Sonne, seinem Vater, an den Titicacasee gesendet wurde u. daselbst das Land cultivirte, die rohen Bewohner civilisirte u. den Sonnendienst einführte. Seine Nachkommen hießen Inkas; sie eroberten Anfangs auf friedlichem Wege, dann durch Kriege nach u. nach das Land von den Anden von Pasto bis Chile u. Tucuman u. regierten dasselbe durch eine theokratische Verfassung. Im 16. Jahrh. verbanden sich auf das Gerücht von den großen Reichthümern P-s die Spanier Franz Pizarro, Diego de Almagro u. der Priester Hernandez de Luque u. rüsteten ein Schiff aus u. Pizarro segelte, von 112 M. begleitet, am 14. Nov. 1525 zu diesem Unternehmen aus. Er landete in Quito, kehrte aber dann nach Osten zurück. Damals war ein innerer Krieg in P.; Atahualpa u. Huaskar, Söhne des zwölften Inka Huana Capac, stritten um die Krone u. schließlich siegte Atahualpa. Dieser Streit gab den Spaniern Veranlassung, ihren Plan auf P. auszuführen. Pizarro landete 1531 mit 185 M., rückte bis Caxamarca vor u. verlangte von Atahualpa Annahme des Christenthums u. Unterwerfung unter die Oberlehnsherrlichkeit des Königs von Spanien. Als Atahualpa dies verweigerte, wurde er 1533 gefangen u. hingerichtet, worauf Pizarro vor Cuzco rückte u. diese Stadt eroberte. Sobald die Nachricht davon nach Panama gekommen war, kam Almagro herbei, um die Regierung mit Pizarro zu theilen. Darüber begann ein Krieg zwischen Beiden, in welchem Almagro ums Leben kam; 1541 wurde auch Pizarro selbst bei einem Aufstande seiner Offiziere getödtet. Der König Karl von Spanien ließ nun einen königlichen Audienzhof in Lima einrichten u. ernannte 1543 Nuñez Velasco di Vela zum Unterkönig u. Statthalter von P. Dieser fing sogleich an den Grausamkeiten der Spanier Einhalt zu thun, doch als er darauf bestand, daß alle zu Sklaven gemachte Peruaner frei gelassen werden sollten, empörten sich die Spanier gegen ihn, nahmen ihn gefangen u. brachten ihn auf eine wüste Insel. Zu dieser Zeit kehrte Gonzalez Pizarro, Franz Pizarros Bruder, nach P. zurück u. bemächtigte sich der Herrschaft, er machte sich aber solcher Grausamkeiten schuldig, daß eine Empörung ausbrach u. Nuñez aus der Verbannung gerufen wurde, welcher jedoch 1545 gegen Pizarro blieb, worauf dieser wieder die Gewalt erhielt, aber 1547 von dem königlichen Abgeordneten Pedro de la Gasco gefangen u. hingerichtet wurde. So wurde die spanische Colonie dem Mutterlande wieder unterworfen. Gasco ordnete die Staatsverwaltung u. Rechtspflege. Ein Vicekönig, welcher in Lima seinen Sitz hatte, verwaltete mit Zuziehung des Audienzhofes die Regierung. Zu dem Vicekönigreich P. wurden noch Chile, Paraguay, Buenos Ayres u. Terra Firma geschlagen. Ein 1553 ausgebrochener Aufstand wurde nach dreizehnmonatlichem Bürgerkriege 1554 wieder unterdrückt. Seit 1608 wanderten in Paraguay Jesuiten ein, welche dort einen eigenen Staat bildeten (s. Paraguay). 1739 wurde die Terra Firma nebst Quito als eine besondere Statthalterschaft unter dem Namen Neu-Granada u. 1776 Buenos Ayres als ein eigenes Vicekönigreich, Rio de la Plata, von P. getrennt. 1742 erregten die Peruaner einen Aufstand u. ernannten Juan Santas (er selbst nannte sich Atahualpa), angeblich einen Abkömmling der alten Inkas, zu ihrem König, doch wurde die Empörung gedämpft. Eine zweite Empörung brach 1780 unter Juan Gabriel Condorcanzi (er selbst nannte sich Tupac Amaru) aus; dieser machte reißende Fortschritte, wurde aber endlich gefangen u. hingerichtet. 1797 wurde P. durch ein großes Erdbeben verwüstet.

Im Jahr 1810 versuchten die von Spanien abgefallenen Platastaaten unter Belgrano die Spanier auch aus P. zu vertreiben, aber obgleich die Spanier unter Goyeneche u. Pezuela schließlich die Oberhand behaupteten, mußten sie doch 1820 Oberperu aufgeben, um sich gegen den Angriff des Lord Cochrane u. San Martins von Chili aus zu vertheidigen. Indeß fochten sie hier so unglücklich, daß, nachdem San Martin 9. Juli 1821 in Lima eingezogen war, am 28. Juli die Unabhängigkeit P-s proclamirt wurde. Über diesen Krieg s. Südamerikanischer Revolutionskrieg. Am 3. August wurde San Martin zum Protector der neuen Republik erwählt. Indeß die Streitigkeiten, welche zwischen S. Martin u. Cochrane ausbrachen, lähmten die Macht der Republikaner, u. der Krieg wurde von den Spaniern im Innern des Landes mit Glück fortgeführt (s. Südamerikanischer Revolutionskrieg), bis Bolivar von Columbia, welchem San Martin wich, 1823 in P. landete, die Armee neu formirte u. am 10. Februar 1824 vom Peruanischen Congreß zum Dictator ernannt wurde. Bolivar schlug nun den spanischen General Canterac am 6. August d.i. bei Junin u. befreite dadurch die Andes, u. am 9. Dec. d.i. siegte sein Untergeneral Sucre so entscheidend über die Spanier unter la Serna u. Canterac, daß diese am 10. Dec. die Capitulation von Ayacucho schlossen u. P. bis auf Callao räumten. Auch Cuzco fiel in die Hände der Peruaner. Noch während der Belagerung von Callao, welche Festung General Rodil tapfer vertheidigte, wurde am 11. März 1825 vom Congreß die Dictatur aufs Neue an Bolivar gegeben, u. am 6. August d.i. erfolgte die Unabhängigkeitserklärung Oberperu's, dessen Provinzen Charcas, La Paz, Cochabamba, Potosi u. Sta. Cruz sich unter dem Namen Bolivia zu einer Republik vereinigten. Am 22. Jan. 1826 capitulirte Callao, u. am 23. hatten die Spanier ganz P. geräumt. Am 15. Juli d.i. schloß P. einen Bundes- u. Freundschaftsvertrag mit Mexico, [880] Columbia u. Guatemala. Während nun Bolivar in Bolivia (Oberperu) verweilte, commandirte sein Untergeneral Santa-Cruz die columbischen Truppen, welche er in P. zurückgelassen hatte; dieser aber machte sich den Peruanern bald so verhaßt, daß er 1627 mit allen fremden Truppen vertrieben u. am 10. Juni vom Congreß die Aufhebung der Bolivarischen Verfassung decretirt wurde. Columbia erklärte nun den Krieg gegen P., u. erst am 22. Sept. 1829 wurde, nach lässiger Waffenführung von beiden Seiten, ein Friede geschlossen. Seitdem behauptete sich General Gammara, an der Spitze der Centralisten u. unterstützt von den Südprovinzen P-s, in der Präsidentschaft P-s, bis 1836 die Föderalisten, namentlich in den Nordprovinzen, so mächtig wurden, daß Gammara sich genöthigt sah, den Präsidenten von Bolivia, General Santa-Cruz, um Intervention zu ersuchen. Dieser theilte nun P. in zwei besondere Präsidentschaften (die des Südens, wo die Centralisten, u. die des Nordens, wo die Föderalisten die Übermacht hatten) u. machte sich selbst zum Protector beider, so daß er jetzt an der Spitze der drei peruanischen Republiken stand. Diese Maßregel verwickelte P. in einen Krieg mit Chile, welcher mit abwechselndem Glück geführt wurde; am 17. Octbr. 1837 wurde der peruanische General Cardena bei Arequipa geschlagen u. verlor diese Stadt, u. am 24. April 1838 erlitt der General Brown bei Agna Dulce eine gleiche Niederlage; erst Gammaras Abdankung, Ende 1838, stellte den Frieden her. Seitdem wechselten schnell auf einander mehre Militärchefs, bis Santa-Cruz 1839 nach Bolivia exilirt wurde, u. P. nun mit diesem Staat in einen Krieg gerieth, welcher erst am 7. Juni 1842 durch den Frieden von Puno durch chilesische Vermittelung beendigt wurde. Im August 1842 trat General Vidal mit dem Titel eines provisorischen Präsidenten an die Spitze der Verwaltung von Nord- u. Süd-P. u. that viel zur Hebung der Finanzen u. des Handels, unterdrückte am 17. Oct. d.i. die Empörung des Generals Torrico, schlug denselben bei Pisco u. zwang ihn, sich an Bord eines französischen Schiffes zu flüchten, da er sich aber gegen die Föderalisten nicht länger zu halten vermochte, so legte er die Präsidentschaft am 15. März 1843 nieder u. zog sich nach Chile zurück. Ihm folgte der bisherige Vicepräsident des Staatsraths, Don Justo Figuerola als provisorischer Präsident, aber schon am 18 März d.i. sprengte das Haupt der Centralisten, Oberst Ortiz, den Staatsrath u. ließ den General Manuel Ignacio Vivanco zum Director supremo de la Republica ausrufen. Dieser vermochte sich aber bei den fortgesetzten Unruhen ebenfalls nicht zu behaupten; er wurde vom General Don Ramon Castilla, dem Verfechter der gestürzten Verfassung, besiegt u. verbannt, Letzter aber am 19. April 1845 zum Präsidenten ausgerufen. Die sechsjährige Verwaltung desselben war die erste Periode des Friedens u. des Fortschrittes für die Republik. Die Regelung der Finanzen, die Vermehrung der Marine, die Reorganisation des Heeres, der Bau von Dampfmaschinen u. die Entfaltung verschiedener Industriezweige sind sein Werk, u. als seine Amtsdauer am 20. März 1851 abgelaufen war, hinterließ er das Land in geordneten Zuständen u. blühendem Wohlstande. Sein Nachfolger war General Don José Rufino Echenique. Gegen das Ende des Jahres 1851 erregten die Generale San Roman u. Vivanco einen Aufstand, welcher inzwischen rasch unterdrückt wurde u. mit der Flucht der Empörer endigte. Weniger friedliebend als sein Vorgänger, unterstützte Echenique die Rüstungen des Generals Flores, des vertriebenen Präsidenten von Ecuador, welcher in P. Truppen warb u. Anfang März 1852 von Callao nach Guayaquil unter Segel ging. In P. fand jedoch diese Politik keinen Beifall, u. der Präsident sah sich zu einem Wechsel des Cabinets veranlaßt. 1852 kam P. in Differenz mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Amerikanische Schiffe waren nämlich an den Lobosinseln gelandet, um Gnano zu laden, ohne die peruanische Verwaltung darum zu fragen, u. von dieser daran gehindert, hatten sie sich klagend an ihre Regierung gewendet. Obgleich nun von nordamerikanischer Seite das Recht P-s auf die Lobosinseln geläugnet wurde, weil weder Spanien noch P. dieselben entdeckt habe u. dieselben viel zu weit vom Festlande P-s entfernt wären, um als ein Anhang zu demselben erklärt werden zu können, zugleich auch ein Kriegsschiff zum Schutz der Amerikaner in die Lobosgewässer gesendet wurde, so wurde doch, nachdem sowohl der peruanische Gesandte in Washington das Recht P-s auf die Inseln nachgewiesen, als auch England u. Frankreich sich für P-s Recht an die Lobos ausgesprochen hatten, auch von dem Präsidenten der Union das Besitzrecht P-s anerkannt, das Kriegsschiff zurückgerufen u. der neue peruanische Gesandte in Washington empfangen. Allein nicht so leicht waren die Verwickelungen mit Ecuador, Neugranada u. Venezuela beigelegt, welche ihren Grund in der Verschiedenheit der politischen Richtung hatten. Mit der Republik Bolivia, welche sich durch P. in seiner Verbindung mit dem Stillen Meere beengt fühlt, kam es zu Thätlichkeiten, in Folge deren die Peruaner der Hafenstadt Cobija sich bemächtigten. Mit Brasilien kam ein vortheilhafter Freundschaftsvertrag zu Stande, welcher am 18. März 1852 ratificirt wurde. Danach ist u.a. der Handel mit Negern von einem Staate in den andern verboten; die Erzeugnisse des einen Landes dürfen in das andere eingeführt werden, ohne einer andern, als den im Ursprungslande gesetzlichen Abgaben unterworfen zu werden; die Schifffahrt auf dem Amazonenstrom ist auf seinem ganzen Lauf für die Angehörigen beider Staaten frei, u. es sollen beide Regierungen die Begründung einer Dampfschifffahrt von der Mündung des Stromes bis zur peruanischen Grenze unterstützen. Die Regierung von P. suchte schon früher Einwanderer ins Land zu ziehen; sie versprach nach einem Gesetze vom 17. Nov. 1849 den Unternehmern von Colonien auf ihrem Gebiete 30 Pesos für jeden Einwanderer. Nach einem Decrete vom 15. April 1853 sollen die Colonisten nach ihrer Ankunft an der Grenze auf Staatskosten in das Gebiet am Amazonenstrom gebracht werden, um daselbst Ländereien von 4–80 Morgen zu erhalten, 20 Jahre lang von jeder Steuer frei sein, das Recht haben selbständige Gemeinden zu bilden u. ihre Richter sich selber zu wählen u. zur Geschäftsvereinfachung unter einem besonderen Statthalter stehen. Die Regierung ließ 1852 eine Eisenbahn von der Hauptstadt Lima nach dem Hafen Callao bauen, trug auch Sorge für die Entwickelung der Seemacht, ließ eine Schraubendampffregatte Amazonas in England bauen u. kaufte zwei Dampfschiffe zur Befahrung der Nebenflüsse des Amazonenstromes. Die Finanzen waren zwar im blühenden [881] Zustande, die Staatsschuld dagegen sehr beträchtlich, u. die Maßregeln der Regierung, um dieselbe zu tilgen u. nach einem niedrigeren Zinsfuß zu verzinsen, wurden im Jahre 1853 der Gegenstand gehässiger Anfeindungen im Innern u. Veranlassung zu einem Aufstand (unter den Generalen Ramon Castilla, Vivanco u. San Roman u. einem reichen Geschäftsmann, Domingo Elias), welcher in Verbindung mit dem Kriege gegen Bolivia den Bestand der Regierung gefährdete. Indeß hatte sich vor Ausbruch der Insurrection der Congreß von 1853 noch für die Regierung erklärt, die ergriffenen Finanzmaßregeln gebilligt, den Präsidenten mit außerordentlicher Gewalt bekleidet, mit ihm ein Gemeindegesetz u. ein Strafgesetzbuch vereinbart u. mehren mit England, Frankreich, Sardinien, Neugranada u. Venezuela abgeschlossenen Verträgen seine Genehmigung ertheilt. Durch Decret vom 15. April 1853 gab die Regierung von P. auf den Antrag Nordamerika's u. Englands allen mit ihr in Vertragsverhältnissen stehenden Nationen die Schifffahrt auf ihrem Theile des Stromes, jedoch nur bis zum Hafen Nauta aufwärts, frei; indeß eröffnete Brasilien den unteren größeren Theil des Stromes nur den Peruanern, aber keiner anderen Nation. Der ruhige Gang der Geschäfte wurde zunächst durch den Einfall des Generals Belzu an der Spitze der bolivischen Truppen ins Gebiet von P. unterbrochen, welcher sich jedoch bald wieder nach Bolivia zurückzog; sodann durch Ausbruch des Aufstandes in Tumbes u. darauf am 20. December 1853 in Ica, wo Domingo Elias den Sturz der bestehenden Regierung u. die Zusammenberufung eines neuen allgemeinen Congresses verlangte, angeblich um die verletzte Verfassung u. die Rechte des Volkes wiederherzustellen. Am 13. Jan. 1854 erklärte General Castilla von Arequipa aus, daß er sich an die Spitze der Bewegung stelle u. die Leitung der allgemeinen Angelegenheiten übernehme, u. siegte am 2. August 1854 über die Regierungstruppen. Präsident Echenique suchte sich dadurch zu helfen, daß er allen Sklaven, welche im Heere Dienste nähmen, die Freiheit versprach; Castilla verfügte dagegen die Aufhebung der Sklaverei im Allgemeinen u. die der Grundsteuern. Endlich zog Castilla nach dem entscheidenden Sieg am 5. Jan. 1855 bei Lima in die Hauptstadt ein, worauf Echenique entfloh, u. Castilla war provisorisches Oberhaupt des Staates; die Gegner wurden in Masse gerichtet od. mit ihren Gütern für die Kriegskosten verantwortlich gemacht. Die Verwaltung sollte gänzlich umgestaltet werden, u. der Sieger berief daher auf den 14. Juli 1855 eine Nationalversammlung ein, in welcher die Anhänger der Nebenbuhler des Generals Castilla stark vertreten waren. Jedoch wählte sie ihn vorläufig zum Präsidenten u. gab auch eine vorläufige Verfassung, beschäftigte sich aber sodann mit der Berathung von Grundrechten, auf welche eine neue endgültige Verfassung gebaut werden sollte. Mehre Reibungen mit dem Präsidenten zeigten dessen Übergewicht, welches noch mehr stieg, als die Versammlung im Frühjahr 1856 aus Furcht vor dem Gelben Fieber von Lima nach Chorillos übersiedelte, sich selbst die Diäten erhöhte u. andere finanzielle Vortheile sich zuwendete. Dagegen ging die Thätigkeit des Präsidenten hauptsächlich auf Verbesserung der Geldverhältnisse. Er vermehrte den Staatsschuldentilgungsfond beträchtlich, kam allen finanziellen Verbindlichkeiten nach u. ließ die für die Befreiung der Sklaven während des Bürgerkrieges den Grundbesitzern bewilligte Entschädigung bezahlen. Eine Haupteinnahmequelle bildete der Guano, von welchem in einem Jahre bis zum 1. Juli 1856400,000 Schiffstonnen ausgeführt wurden. Aber fortwährende politische Aufregungen hinderten das Gedeihen öffentlicher Wohlfahrt. Die Nationalversammlung war nach Lima zurückgekehrt, als in der Nacht vom 14. August ein Militäraufstand losbrach, welcher aber in der Hauptstadt vom Präsidenten schnell unterdrückt wurde. In den Provinzen dauerten aufrührerische Bewegungen fort, u. die Nationalversammlung nahm dem Präsidenten gegenüber eine sehr zweideutige Haltung an. Am 18. Oct. 1856 wurde endlich die neue Verfassung als Grundgesetz veröffentlicht, welche der Landesvertretung u.a. das Recht einräumte, die höheren Stellen im Heere zu be- u. die Richter abzusetzen, u. die Rechte der Römisch-katholischen Kirche einschränkte. Der Präsident u. das Heer nahm sie an, aber die Geistlichkeit verwahrte sich dagegen, u. im Süden erhob man sich dagegen, zwei Mitglieder der Nationalversammlung aus Arequipa leiteten die Bewegung u. General Vivanco, von ihnen herbeigerufen, stellte sich an die Spitze, auch die Flotte erklärte sich gegen die Regierung u. bemächtigte sich der Hauptfinanzquelle, der Guanoinseln. Indeß ergriff die Regierung in Lima alle Maßregeln, um den Aufstand zu unterdrücken er wurde darin durch das Interesse der Franzosen u. Engländer unterstützt, denen die Zinsen für dargeliehene Summen nur durch die Einnahme aus den Guanoinseln gesichert waren. Es gelang, der Flotte u. der Inseln sich wieder zu bemächtigen, während Vivanco sich noch in Arequipa hielt. Im Herbst begab sich Castilla selbst zum Heere, nm dem Aufstand ein Ende zu machen. Während seiner Abwesenheit löste ein Offizier, welcher die Nationalversammlung bewachen sollte, dieselbe am 2. Nov. 1857 aus eigener Machtvollkommenheit auf, da sie auch nach Lösung ihrer Aufgabe zusammengeblieben u. gerade damit beschäftigt war, ihre Tagegelder zu erhöhen. Die Abgeordneten protestirten dagegen, u. der Präsident begnügte sich in einer Proclamation vom 28. Dec. 1857 den Staatsstreich zu mißbilligen, ohne ihn jedoch ungeschehen zu machen. Am 6. März 1858 nahm endlich Castilla mit Verlust der Hälfte seiner Mannschaft Arequipa im Sturm, worauf Vivanco nach Bolivia entfloh u. der innere Friede hergestellt schien. Um zu festen Zuständen zu gelangen, ordnete der provisorische Präsident an, daß das Volk im August einen Präsidenten u. einen Congreß wählen sollte. In Folge dessen wurde Castilla im August zum ordentlichen Präsidenten gewählt u. kam der neue Congreß am 12. October zusammen, um statt der soeben erst eingeführten Verfassung eine neue festzustellen. Er beschäftigte sich aber nicht damit, sondern mischte sich in die Verwaltung, vertagte sich selbst am 25. Mai 1859 u. wurde vom Präsidenten am 17. Juli, weil der Congreß 125 Sitzungen mit Nichtsthun verbracht hätte, aufgelöst. Im December wählte das Volk einen neuen Congreß, welcher am 28. Juli 1860 zusammen kommen sollte. Castilla herrschte unumschränkt u. suchte seinen Einfluß auch in den benachbarten Republiken zu verbreiten. Um die ihm feindlichen Machthaber in Ecuador zu stürzen, fing er Grenzstreitigkeiten an, begann Feindseligkeiten u.[882] unterstützte den Aufstand des Generals Franco, welchen Castilla nach einer Übereinkunft vom 20. December 1859 als Inhaber der höchsten Gewalt in Ecuador anerkannte. Im August 1850 wurde der chilenische Gesandte Irarrazabal in Lima meuchlings ermordet. Ein Mordanfall auf den Präsidenten im Sommer 1860 mißlang, u. ebenso entging derselbe der Gefahr, als das größte peruanische Kriegsschiff Callao mit 44 Kanonen im Oct. 1860 durch Ungeschicklichkeit im Hafen von Callao unterging. Bei so trostlosen Zuständen findet die europäische Einwanderung statt des gehofften Glückes in P., wie meist in Südamerika, nur ihren Untergang. Vgl. Tschudi u. Rivera, Antiguedades Peruanas, Wien 1851; Prescott, History of the conquest of P., Boston 1847, 3 Bde., deutsch Leipz. 1848, 2 Bde.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 878-883.
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Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

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