Artikel in der Wikipedia: Trier
Faksimile

[863⇒] Trier, franz. Trèves, Hauptstadt des preuß. Reg.-Bez T. (7184 qkm, 1900: 840.696, 1905: 931.053 E., 1 Stadt-, 12 Landkreise), Stadtkreis und Kreisstadt, r. an der Mosel, (1900) 43.506, (1905: 46.703) E., Garnison, Bischofssitz, Land-, Amtsgericht, Hauptsteueramt, Handelskammer, Oberpostdirektion; zahlreiche Bauten aus der Römerzeit (Amphitheater, Porta nigra, Thermen, Kaiserpalast); Dom (6. Jahrh., mit Reliquien; darunter der Heilige Rock, s.d.), Liebfrauen-, Gangolfs-, Matthias-, Paulinuskirche, Stadtbibliothek (Handschriften), Provinzialmuseum, Brunnendenkmal des Erzbischofs Balduin; Gymnasium, Realgymnasium, Priester-, Lehrerinnenseminar, bischöfl. Konvikt, Weinbauschule, Taubstummenanstalt. – Alte Hauptstadt der kelt. Trevirer, unter den Römern als Augusta Trevirorum etwa von 286-400 Residenz der röm. Kaiser für den Westen, seit 843 zu Lothringen, seit Heinrich I. bleibend zu Deutschland gehörig. Das Erzstift T. entstand um 815, war später geistl. Kurfürstentum, wurde 1801 säkularisiert; T. kam 1801 an Frankreich, 1814 an Preußen; seit 1821 preuß. Bistum. – Vgl. Marx »Geschichte des Erzstifts T.« (5 Bde., 1858-64), Leonardy, »Geschichte des Trierschen Landes und Volks« (1871); Hettner, »Das röm. T.« (1880). [⇐863]

Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 863.
Lizenz: Gemeinfrei
Faksimile
Faksimile

[710⇒] Trier (lat. Augusta Trevirorum, franz. Trèves), Hauptstadt des vormaligen Erzbistums sowie des jetzigen gleichnamigen Regierungsbezirks, Stadtkreis, in der preuß. Rheinprovinz, an der Mosel, über die hier eine alte, auf acht Schwibbogen ruhende Brücke (ursprünglich ein Römerbau) führt, 124–140 m ü. M., ist von schönen Anlagen umgeben, hat sechs öffentliche Plätze, darunter der teilweise von alten, bis ins 15. Jahrh. zurückreichenden Häusern umgebene Hauptmarkt, mit einem 958 errichteten Marktkreuz und dem Petersbrunnen, der Domfreihof mit dem Denkmal Kaiser Wilhelms I., der Kornmarkt mit dem Georgsbrunnen etc.

Wappen von Trier.
Wappen von Trier.

Von kirchlichen Gebäuden (11 katholische und eine evang. Kirche und eine Synagoge) sind zu erwähnen: die von Kaiser Konstantin d. Gr. erbaute Basilika, vom König Friedrich Wilhelm IV. wieder hergestellt und jetzt als evangelische Kirche benutzt; der 1196 vollendete romanische Dom, dessen Kern eine römische Prachthalle bildet, mit schönem, frühgotischem Kreuzgang, schönen Grabmälern und bedeutenden Reliquien (darunter der berühmte heilige Rock); die Liebfrauenkirche, die älteste deutsche Kirche gotischen Stils, 1127–43 erbaut, mit figurenreichem Portal und kühn gewölbtem Schiff sowie mit neuen Glasmalereien nach Entwürfen Steinles; die gotische Dreifaltigkeits- oder Jesuitenkirche mit Grab und Denkmal des als Bekämpfer des Hexenwahns und Verfasser der »Trutz-Nachtigall« bekannten Jesuiten Friedrich von Spee; die Matthiaskirche mit römisch-christlicher Begräbnisstätte; die Paulinuskirche; die neue romanische Pauluskirche u. a. Interessante Denkmäler aus der Römerzeit sind: die Porta nigra, das großartigste Denkmal römischer Kultur auf deutschem Boden, ein altes römisches Stadttor aus dem 3. Jahrh., 36 m lang, 21 m breit und 23 m hoch; der römische Kaiserpalast; die römischen Bäder (zum Teil noch verschüttet) und die Überreste eines römischen Amphitheaters, in dem Kaiser Konstantin im J. 306 Tausende gefangener Franken und 313 eine ähnliche Zahl Brukterer den wilden Tieren preisgab. Von sonstigen Bauwerken sind nennenswert: der weitläufige, früher erzbischöfliche Palast, jetzt Kaserne; der Frankenturm, aus dem 10. Jahrh., das älteste steinerne Wohnhaus Deutschlands; das frühgotische Dreikönigenhaus aus dem 13. Jahrh.; das Kaufhaus (altes Rathaus); die Steipe (Rotes Haus) etc. Von neuern Gebäuden verdient besonders das neue Regierungsgebäude Erwähnung. An Denkmälern ist noch das 1897 errichtete Denkmal des Kurfürsten Balduin zu nennen. Die Zahl der Einwohner beläuft sich (1905) mit der Garnison (3 Infanterieregimenter Nr. 29,69 und 161 und ein Feldartillerieregiment Nr. 44) auf 46,709 Seelen, darunter 5779 Evangelische, 40,152 Katholiken und 761 Juden. T. hat bedeutende Eisengießerei und Maschinenfabrikation (Maschinen für Keramik, Mosaik-, Trottoir-, Wand- und Betonplatten), Färberei, Fabrikation von Sohlleder, Tabak, Zigarren, Wachswaren, Tuch, Möbeln etc., Bierbrauerei, Steinhauerei, Glasmalerei, berühmte Baum- und Rosenschulen, Obst- und Weinbau. Der Handel, unterstützt durch eine Handelskammer, eine Reichsbanknebenstelle und die Moselschiffahrt, ist besonders bedeutend in Wein, Vieh und Holz. Berühmt sind die alljährlich dort stattfindenden Weinversteigerungen. Den Verkehr in der Stadt vermittelt eine elektrische Straßenbahn. Für den Eisenbahnverkehr ist die Stadt Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Köln-T.-Saarbrücken, T.-Koblenz, T.-Metz, T.-Luxemburg, T.-Hermeskeil sowie der Kleinbahnlinie T.-Bullay. An Bildungsinstituten und andern Anstalten besitzt T. 2 Gymnasien, ein Realgymnasium, ein Priesterseminar, ein bischöfliches Konvikt, eine höhere Mädchenschule, ein Lehrerinnenseminar, eine Präparandenanstalt, eine Taubstummenanstalt, eine Wein- und Obstbauschule, ein Konservatorium für Musik, eine Stadtbibliothek (80,000 Bände) mit Handschriften (darunter die als Codex aureus bekannte Evangelienhandschrift aus dem 9. Jahrh.), Inkunabeln etc., ein Provinzial- und ein lokalhistorisches Museum; ferner ein Landarmenhaus, eine Irrenpflegeanstalt, ein Strafgefängnis etc. Von Behörden haben dort ihren Sitz: eine königliche Regierung, das Landratsamt für den Landkreis T., ein katholischer Bischof, [⇐710][711⇒] ein Landgericht, eine Oberpostdirektion, ein Hauptsteueramt, ein Bergrevier etc.; ferner der Stab der 16. Division, der 31. und 80. Infanterie- und der 16. Feldartilleriebrigade. Die städtischen Behörden zählen 5 Magistratsmitglieder und 30 Stadtverordnete. Zum Landgerichtsbezirk T. gehören die 16 Amtsgerichte zu Bernkastel, Bitburg, Dann, Hermeskeil, Hillesheim, Merzig, Neuerburg, Neumagen, Perl, Prüm, Rhaunen, Saarburg, T., Wadern, Waxweiler und Wittlich. In der Nähe in schöner Lage der Markusberg mit Wallfahrtskapelle, 31 m hoher Mariensäule und schöner Aussicht; weiter die Dörfer Nennig (s. d.) und Igel (s. d.) mit Überresten aus der Römerzeit.

Der Regierungsbezirk Trier (s. Karte »Rheinprovinz«) umfaßt 7184 qkm (130,48 QM.) mit (1905) 931,016 Einw. (davon 182,618 Evangelische, 740,952 Katholiken und 6948 Juden), 130 auf 1 qkm, und besteht aus den 13 Kreisen:

Tabelle

Über die sechs Reichstagswahlkreise des Regbez. T. vgl. die Karte »Reichstagswahlen«.

T. erinnert durch seinen Namen an den keltischen Stamm der Treverer (s. d.), wurde im 3. Jahrh. Residenz römischer Kaiser und unter Konstantin I. Sitz einer der vier Präfekturen des Reiches. Um die Mitte des 5. Jahrh. von den Franken unterworfen, wurde es 451 von den Hunnen zerstört. Seit 870 zum ostfränkischen Reiche gehörig, stand es unter Grafen, deren Macht seit dem 9. Jahrh. an die Erzbischöfe überging. Das Streben nach Reichsfreiheit war trotz der Freibriefe Ottos IV. und Konrads IV. erfolglos, denn 1308 erkannte T. wieder die Gerichtsbarkeit des Erzbischofs an, und ihre Eigenschaft als erzbischöfliche Stadt bestätigten 1364 Karl IV. und 1580 das Reichskammergericht. Erzbischof Theoderich I. und sein Nachfolger Arnold II. befestigten im 13. Jahrh. die Stadt durch Mauern, und in der Stadt residierten auch die Kurfürsten vielfach. 1473–1797 bestand in T. eine Universität. 1512 fand daselbst ein Reichstag statt, auf dem die Kreisverfassung im Reich endgültig festgestellt wurde. 1634 wurde T. von den Spaniern erobert, aber 1645 von den Franzosen unter Turenne wieder genommen. Schon 1674, 1688 und auf längere Dauer 1794 von den Franzosen erobert, kam die Stadt 1801 an Frankreich und ward Hauptstadt des Depart. Saar. 1814 fiel sie an Preußen. Denkwürdig ist die Zusammenkunft Kaiser Friedrichs III. mit Karl dem Kühnen 1473 in T. Vgl. Haupt, Triers Vergangenheit und Gegenwart (Trier 1822, 2 Bde.); Leonardy, Panorama von T. (das. 1868) und Geschichte des trierischen Landes und Volkes (Saarlouis 1871); Schoop, Verfassungsgeschichte der Stadt T. bis 1260 (»Westdeutsche Zeitschrift«, Ergänzungsheft 1, Trier 1884); Freeman, Augusta Treverorum (a. d. Engl., Trier 1876); Palustre, Le trésor de Trèves (Par. 1886); Hettner, Das römische T. (Trier 1880), Die römischen Steindenkmäler des Provinzialmuseums zu T. (das. 1893) und Führer durch das Provinzialmuseum in T. (das. 1903); Wilmowsky, Der Dom zu T. in seinen drei Hauptperioden (das. 1874, 26 Tafeln) und Archäologische Funde in T. (das. 1873); Beissel, Geschichte der Trierer Kirchen (das. 1888); Lokalführer von Braun, Lintz, Steinbach, Wörl u. a.; »Trierische Chronik« (seit 1905). [⇐711]

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 710-711.
Lizenz: Gemeinfrei
Siehe auch:
Faksimile
Faksimile

[818⇒] Trier (franz. Trèves), 1) Regierungsbezirk der preußischen Provinz od. des Großherzogthums Niederrhein, besteht aus dem größten Theile des Erzstiftes T., Theilen von Luxemburg, des Fürstenthums Veldenz, der Grafschaft Saarbrück, Blankenheim u. Gerolstein, der Wild- u. Rheingräflichen Länder, der Grafschaft Ottweiler u. Blieskastel, so wie Lothringens u. aus der Abtei Prüm, den Herrschaften Neumagen, Dachstuhl, Illingen, dem Fürstenthum Lichtenberg etc.; grenzt an die Regierungsbezirke Aachen u. Coblenz, den baierischen Rheinkreis, das oldenburger Fürstenthum Birkenfeld, die hessen-homburgische Herrschaft Meisenheim, an Frankreich u. an das Großherzogthum Luxemburg; 131,13 QM. mit 523,156 Ew. (441,399 Katholiken, 76,252 Evangelische, 5358 Juden, 133 Mennoniten), in 11 Städten, 28 Marktflecken, 1136 Dörfern etc. Die Eifel, die Ardennen u. der Hunsrück mit vielen zum Theil romantischen u. fruchtbaren Thälern durchziehen das Land; Hauptfluß ist die Mosel, welche den Regierungsbezirk in zwei Hälften theilt u. hier die Sure, Saar, Kyll u. Lieser aufnimmt. Erzeugnisse, außer den Producten des Ackerbaues, u. der Viehzucht sind große Waldungen, viel Wein, Obst; Mineralien: Kupfer, Blei, Eisen, Steinkohlen, Torf, Schiefer, Salz etc. Die Industrie liefert bes. Leder, verarbeitetes Eisen, Pottasche, Wollengarn, Glas; 13 Kreise: Berncastel, Bittburg, Daun, Merzig, Ottweiler, Prüm, Saarburg, Saarbrück, Saarlouis, Stadtkreis T., Landkreis T., Wittlich u. St. Wendel. 2) Stadtkreis T., ganz vom Landkreise T. umschlossen u. zu beiden. Seiten der Mosel, 1 QM., 29,262 Ew., begreift außer der Stadt T. noch 7 Dörfer; 3) Landkreis T., 17, 37 QM. mit 60,462 Ew. 4) Hauptstadt des Regierungsbezirks u. Kreises, an Rebenhügeln u. waldigen Bergen rechts an der Mosel, über welche eine steinerne Brücke führt, u. an der Eisenbahn Trier-Saarbrücken u. Trier-Luxemburg gelegen, die älteste Stadt in Deutschland, besteht aus der eigentlichen Stadt u. 12 Vorstädten, hat 10 Thore, 6 öffentliche Plätze u. meist unregelmäßige u. finstere Straßen; sie ist Sitz einer Regierung, eines Bischofs, Domcapitels, bischöflichen Generalvicariats, Landgerichts, einer Oberpostdirection, eines Hauptsteueramts, der Landrathsämter für Stadt- u. Landkreis, eines Friedens- u. Handelsgerichts, einer Handelskammer, eines Gewerberaths, einer Moseldampfschifffahrtsgesellschaft etc. Die Domkirche, in den verschiedensten Baustylen aufgeführt, 314 Fuß lang, 135 breit u. 90 hoch, hat drei Schiffe, doppelten Chor, die Gräber von 26 Erzbischöfen u. Kurfürsten, Standbilder Constantins u. der Sta. Helena u. den Heiligen Rock. Dieser Rock ist angeblich der Rock Christi, welcher nach der Legende von Maria aus der Wolle eines Lammes gewebt worden u. mit dem Kinde Jesus gewachsen war. Nach den Traditionen der Trierschen Kirche soll derselbe 326 von der Sta. Helena durch St. Agricius, Bischof von T., nebst einem Stückdes Kreuzes Christi u. einem Nagel desselben zu Jerusalem am Heiligen Grabe aufgefunden, nach T., dem angeblichen Geburtsort der Sta. Helena, geschickt u. der dasigen Kirche geschenkt worden sein. Nach Andern brachte ihn der Trierische Held Orendel (Sohn des Königs Egil), welcher ihn auf seiner Wallfahrt nach Jerusalem in dem Bauche eines Wallfisches fand, mit welchem umkleidet er dann Wunder der Tapferkeit gegen die Heiden verrichtete, nach T. Jedenfalls soll er in T. erst 1196 in einem Altar wieder aufgefunden u. öffentlich ausgestellt worden sein, dies geschah wiederholt: 1512, 1531, 1545, 1553, 1585, 1594, 1655; in den kriegerischen Ereignissen des 16. Jahrh. wurde der Rock nach Ehrenbreitstein geschafft u. hier 1734 u. 1765 ausgestellt; nach seiner Rückkehr nach T. 1810 wurde er sogleich 1810 u. dann wieder 1844 öffentlich gezeigt; die letzte Vorzeigung wurde die Veranlassung zum Entstehen der Deutschkatholiken (s.d.). Eigentlich soll die Ausstellung aller 7 Jahre erfolgen. Er ist ganz ohne Naht, 5 Fuß 11/2 Zoll lang, soll eigentlich purpurn gewesen sein, ist aber ins Braungelbliche verschossen, wird über der Halsöffnung angezogen, hat kurze, weite Ärmel u. im linken einen Riß. Neben dem Dom u. mit diesem durch schöne, 1847 hergestellte Kreuzgänge verbunden liegt die 1227 bis 1243 im reinsten gothischen Style erbaute Liebfrauenkirche mit zahlreichen Denkmälern von Domherren; außerdem die Hauptpfarrkirche zu St. Gangolph, die 1860 wieder eröffnete Jesuiten- od. Dreifaltigkeitskirche, die Gervasiuskirche mit dem Grabdenkmal Hontheims (s.d.) u.a. Zu den in T. wie an keinem andern Orte Deutschlands so zahlreich noch vorhandenen römischen Alterthümern gehören außer der Moselbrücke (690 Fuß lang, 24 Fuß breit), von welcher die 1689 durch die Franzosen gesprengten Bogen 1729 erneuert wurden, hauptsächlich. die Porta nigra (das schwarze Thor, Porta Martis, jetzt Römer- od. Simeonsthor genannt), wahrscheinlich eine Siegespforte u. Stadtthor aus der Zeit Constantins des Großen, mit Säulen, 115 Fuß lang, in dem mittleren Theile 47 u. in den beiden hervorspringenden, das Thor vertheidigenden Seitenthüren 67 Fuß breit, 93 u. 74 Fuß hoch; dasselbe ist dreistöckig u. hat 2 noch benutzte 23 Fuß hohe Thoröffnungen, im Jahre 1035 wurde es in eine Kirche (Simeonskirche) verwandelt u. mit mehren Anbauen u. einem Thurme versehen, erhielt aber 1817 seine ursprüngliche Gestalt u. Bestimmung wieder u. der von der Kirche allein noch übriggelassene Chor dientals Aufbewahrungsort von römischen Alterthümern; ferner die Ruinen römischer Bäder, welche seit 1817 aufgedeckt wurden, das Amphitheater mit Sitzen für 57,000 Menschen, gegenüber ein Circus, ein römischer Vertheidigungsthurm u. die von Constantin dem Großen erbaute Basilika, welche im frühesten Mittelalter Burgsitz der kaiserlichen Vögte war, 1197 den Bischöfen übergeben, später als Kaserne benutzt, seit 1846 restaurirt u. 1856 zur evangelischen Kirche (Erlöserkirche) eingeweiht wurde. An Bildungs- u. gemeinnützigen Anstalten besitzt T. ein Gymnasium mit der Stadtbibliothek, katholisches Priesterseminar, höhere Bürgerschule, Provinzialgewerbeschule, 7 Klöster, ein Museum mit naturwissenschaftlichen Sammlungen u. römischen Alterthümern, die Alterthümersammlung in der Porta nigra; Theater, Bürgerhospital mit Hebammenlehrinstitut, Landarmenhaus mit Irrenanstalt, Militärlazareth, Rettungshaus, Sparkasse, Strafanstalt. Es wird starker Obst- u. Weinbau getrieben, Fabrikation von Watte, Tuch, Lein-, Woll- u. Baumwollwaaren, Garn, [⇐818] [819⇒] Leder, Hüten, Möbels, Stearinlichtern, Seife, Leim, Tapeten, Tabak; ferner gibt es Wachsbleichen, Bierbrauereien, Branntweinbrennereien, u. es wird Viehhandel, Schiffbau, Schifffahrt u. Handel getrieben; Freimaurerloge: Verein der Menschenfreunde; 1861: 21,215 Ew. (darunter 3456 Militär). Unter den dabei liegenden Gärten zeichnet sich der Conzsche aus mit den Trümmern eines Sommerpalastes Constantins des Großen. Bei T. ist die uralte, vielbesuchte Wallfahrtskirche St. Matthias mit dem Sarkophag des Apostels Matthias, die Wallfahrtskirche St. Paulin mit den Gebeinen vieler Märtyrer, welche hier zur Römerzeit starben, u. die ehemals reichsunmittelbare Benedictinerabtei Maximin; j. Kaserne. 2 Stunden südwestlich von T. liegt das Dorf Igel (s.d.) mit der berühmten Igelsäule. – T. war die Hauptstadt der Trevirer, nach der Sage von Trebeta, verbanntem Sohne des Assyrerkönigs Ninus (1300 vor Roms Erbauung) gegründet. 55 v. Chr. besiegte I. Cäsar die Trevirer u. eroberte T., welches nun den Namen Augusta Trevirorum erhielt. Es wurde römische Colonie, befestigt u. durch Handel reich u. blühend; hatte eine über die Mosella in die Vorstadt führende Brücke, berühmte Lehranstalten u. eine Münzstätte; später war sie gewöhnlich der Aufenthaltsort der am Rheine commandirenden römischen Kaiser u. Feldherrn u. das Standquartier einer starken Garnison. Nach der Reichstheilung in vier Präfecturen durch Constantin den Großen wurde T. Hauptstadt von Belgia prima u. der Sitz des Praefectus praetorio von Gallien 70 n. Chr. wurden die Trevirer bei T. nochmals von Cerealis geschlagen. Unter Kaiser Valerian u. bes. unter Diocletian sollen große Märtyrerverfolgungen, bes. die Niedermetzelungen der Thebaischen Legion, zu T. stattgefunden haben. 406 wurde es von den Vandalen verheert u. 415 von den Franken erobert, worauf die kaiserliche Regierung nach Arles verlegt wurde. Ausonius beschrieb T. u. die Mosel in einem Gedicht. Seit 455, wo es durch Verrath eines Senators an die Franken kam, blieb es diesen u. später den Erzbischöfen unterthan, erlangte aber dabei so viel Rechte, bes. durch Kaiser Friedrich II., daß es fast einer Reichsstadt gleich stand. Dies wurde Veranlassung, daß die Erzbischöfe ihren Sitz von T. weg u. nach Coblenz verlegten. 1445 hier Vertrag zwischen dem Dauphin u. Deutschland über dessen Abzug mit seinen Armagnaken (s. Deutschland S. 47). 1568 wurde T. über einen Zwist zwischen Stadt u. Erzbischof von demselben belagert, der Streit aber vom Kaiser beigelegt, indem die Erzbischöflichen zwar eingelassen wurden, aber keine neuen Rechte ausüben durften. 1580 hob Kaiser Rudolf II. alle den Erzbischof beeinträchtigenden Stadtrechte auf u. die Stadt unterwarf sich ganz. 1632 übergab der Erzbischof die Stadt den Franzosen, diese behielten sie bis 1635, wo sie die Spanier eroberten. 1675 nahmen sie die Franzosen wieder auf kurze Zeit, eben so 1684, wo sie diese bis 1697 behielten u. schleiften. Später wurde T. mehrmals von beiden Parteien besetzt, eben so im Revolutionskrieg, wo es die Franzosen seit 1794 behielten u. zur Hauptstadt des französischen Saardepartements machten. 1814 kam es durch den Pariser Frieden an Preußen u. wurde Hauptort des Regierungsbezirks T. Vgl. Haupt, T-s Vergangenheit u. Gegenwart, Trier 1822, 2 Bde.; Derselbe, Panorama von T., ebd. 1861; Braun, T. u. seine Alterthümer, ebd. 1854; Gildemeister u. von Sybel, Der Heilige Rock zu T., Düsseld. 1844, 3. A. ebd. 1845; Dieselben, Die Advocaten des Trierer Rockes, 1845, 3 Hefte, bes. gegen Marx, Geschichte des Heiligen Rockes in der Domkirche zu T., Trier 1844; Binterim, Zeugnisse für die Echtheit des Heiligen Rockes, Düsseld. 1845; Laven, Die kirchliche Tradition vom Heiligen Rock, Trier 1845; Clemens, Der Heilige Rock u. die protestantische Kritik, Cobl. 1845; Heiligen-Rock-Album, Lpz. 1844. [⇐819]

Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 818-819.
Lizenz: Gemeinfrei
Siehe auch:
Faksimile

[518⇒] Trier, franz. Trèves, Hauptstadt des gleichnamigen rheinpreuß. Reg.-Bez., liegt am rechten Ufer der Mosel, hat 26416 meist kathol. E., ist Bischofssitz, hat ein Klerikalseminar, Knabenconvict, Redemptoristencongregation, Mutterhaus barmherziger Schwestern, Gymnasium, Schullehrerseminar, Gewerbsschule, mehre Sammlungen. Der uralte Dom enthält außer anderen Reliquien den hl. Rock; die Liebfrauenkirche ist ein herrliches Werk der goth. Baukunst; von den vielen röm. Alterthümern sind die merkwürdigsten: ein Theil des Domes, eine früher als Schloß, jetzt als Kaserne dienende Basilica, das röm. Thor; Ruinen von Bädern u. ein Amphitheater. T. war in uralter Zeit Hauptort der gallischen Trevirer, wurde nach Cäsar als Augusta Trevirorum ein Hauptwaffenplatz gegen Germanien, Hauptstadt von Gallia secunda, seit 287 n. Chr. die gewöhnliche Residenz der abendländ. Kaiser; sie überdauerte die Stürme der Völkerwanderung, wurde fränkisch und strebte unter den deutschen Kaisern vergebens nach Reichsfreiheit. [⇐518]

Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 518.
Lizenz: Gemeinfrei
Siehe auch:
Faksimile
Faksimile
Trier

[472⇒] Trier, das Augusta Trevirorum der Römer, gehört zu den ältesten Städten in Deutschland und liegt in einer mit Rebhügeln und Obst-, besonders Kastanienpflanzungen geschmückten Gegend am rechten Ufer der hier 490 F. breiten Mosel, über welche eine steinerne Brücke von acht Bogen führt, die auf noch von den Römern erbauten Pfeilern ruhen.

T. hat von seiner frühern Bedeutung viel verloren und nur noch 15,000 meist katholische Einw.; es ist der Sitz der Regierung eines nach ihr benannten Regierungsbezirks der preuß. Provinz Rheinland (s.d.) und Hauptstadt eines Kreises, sehr unregelmäßig gebaut und besitzt einen großen Umfang, weil ansehnliche Gärten von der Stadt mit eingeschlossen werden. Diese ist auch der Sitz eines katholischen Bischofs und Domcapitels, eines katholischen Schullehrerseminars und bischöflichen Seminars, hat ein Gymnasium, eine wichtige Bibliothek, eine Sammlung röm. Alterthümer, ein naturhistorisches Museum und andere Bildungsanstalten, sowie ein Landarmen- und Irrenhaus, zwei Nonnenklöster mit Schulen und zahlreiche Wohlthätigkeitsanstalten. Hauptnahrungsquellen der Bewohner sind Wein- und Obstbau, Flußschiffahrt, Handel, auch bestehen außer den gewöhnlichen städtischen Gewerben einige Fabriken von wollenen Waaren, Porzellan, Tapeten. Besonders merkwürdig machen T. die zahlreichen und ansehnlichen röm. Denkmäler, welche sich in und um die Stadt befinden und von denen außer der Moselbrücke, hauptsächlich das hier abgebildete sogenannte [⇐472][473⇒] schwarze Thor zu erwähnen ist, ein noch wohlerhaltenes und das wichtigste röm. Gebäude in Deutschland, von 115 F. Länge, und im mittlern Theile 47 F., in den vorspringenden Theilen zu beiden Seiten 67 F. Tiefe. Es ist mit Säulen und Pilastern geziert, war im Mittelalter zu einer Kirche (Simeonskirche) eingerichtet, ist aber seit 1816 wieder fast ganz in seiner früheren Gestalt hergestellt und heißt das röm. Thor. Die Benennung schwarzes Thor rührt von der dunkeln Farbe der zwei aus Sandsteinblöcken aufgeführten Thorgewölbe her. Andere röm. Ruinen sind die Überreste von Bädern und eines verschütteten Amphitheaters, sowie der Heiden- oder Helenenthurm an der jetzigen Caserne, in welche das frühere kurfürstl. Schloß verwandelt worden ist, welches auf der Stelle eines Theils des ehemaligen röm. Kaiserpalastes erbaut wurde. Die schönste Kirche von T. und ein herrliches Denkmal altdeutscher Baukunst ist die Liebfrauenkirche; die Domkirche ist sehr alt und hat drei Schiffe, einen doppelten Chor und eine 90 F. hohe Hauptkuppel. In einer Vorstadt liegt die im neuern Style schön gebaute Kirche des h. Paulin, welche die Gebeine vieler Märtyrer enthält, zu denen, wie aus demselben Grunde nach der Kirche der ehemaligen Benedictinerabtei St.-Matthias in der Vorstadt St.-Matthias, stark gewallfahrtet wird. Die vormalige Benedictinerabtei St.-Maximin in der Vorstadt Straßmahr ist jetzt eine Caserne, und die Abtei St.-Martin in der Vorstadt Zurlauben eine Porzellanfabrik. Die Erbauung T.'s wird in das graueste Alterthum verschoben und in einem alten lat. Verse wird es noch 300 Jahr älter als Rom genannt. Als Hauptort der Trevirer (s.d.) wurde es im I. 55 v. Chr. von Julius Cäsar erobert, und blieb nun als Augusta Trevirorum ein wichtiger Waffenplatz der Römer gegen die Deutschen, war auch mehrmals Residenz der in Gallien verweilenden röm. Kaiser, was Alles sein Emporkommen begünstigte, sodaß ihm der Name des »andern Roms« beigelegt wurde. Nachdem es 455 von den Franken erobert worden, war es Residenz mehrer fränk. Könige, gehörte später zu Lothringen und nach dessen Theilung seit 870 zu Frankreich, von dem es aber 923 wieder zu Deutschland kam. Das Bisthum zu T. ist das älteste in Deutschland und soll schon 50 n. Chr. gestiftet worden sein. Es wurde im Anfang des 4. Jahrh. zum Erzbisthum erhoben und die Erzbischöfe waren später Erzkanzler des h. röm. Reichs durch Gallien und Arelat, welchen Titel sie auch beibehielten, nachdem sie die kurfürstliche Würde bekamen. Unter den geistlichen Kurfürsten nahmen sie den zweiten Rang ein, die Stadt aber, welche einer Reichsstadt ähnliche Freiheiten besaß, kam erst gegen Ende des 16. Jahrh. ganz unter ihre Hoheit, obgleich das Kurfürstenthum Trier nach ihr benannt wurde. Dieses gehörte zum kurrhein. Kreise und hatte auf 151 ! M. gegen 280,000 Einw., ward im letzten Viertel des 17. Jahrh. in den Kriegen mit Frankreich von den Franzosen hart mitgenommen und auch während der Revolutionskriege unter dem seit 1768 regierenden letzten Kurfürsten Clemens Wenzel, einem sächs. Prinzen, 1794 besetzt und im Frieden von Luneville 1801 an Frankreich größtentheils abgetreten; nur der am rechten Rheinufer gelegene Theil der kurtrier. Lande kam meist an Nassau. Während dieser Zeit ward auch die zu T. 1454 gestiftete und 1471 eröffnete Universität 1797 wieder aufgehoben. Der pariser Friede brachte 1814 die abgetretenen Gebiete des erloschenen Kurfürstenthums an Deutschland zurück, die nun bis auf kleine Theile an Preußen kamen und zur Provinz Rheinland gehören. – Anderthalb Stunden von T. befindet sich noch in dem Dorfe Igel an der Mosel ein vortrefflich erhaltenes und das am reichsten verzierte röm. Denkmal auf deutschem Boden, der sogenannte Igelstein, eine 72 F. hohe Spitzsäule mit zahlreichen, halberhabenen Figuren von guter Arbeit. [⇐473]

Quelle: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 472-473.
Lizenz: Gemeinfrei
Faksimile
Faksimile

[192⇒] Trier. Das Haupt geschmückt mit dem Perlendiademe herrlicher Erinnerungen, mitten aus den Trümmern der römischen Vorzeit und den Weingärten der Mosel erhebt sich die uralte Aogusta Trevirorum, das katholische T., ehemals die Residenz eines der drei geistlichen Kurfürsten des römischen Reichs, jetzt die Hauptstadt des preuß. Regierungsbezirkes gl. N. Silbern schlängelt sich zu ihrer Linken der Miniaturrhein, die Mosel, vorbei, von Sehnsucht gedrängt, liebend in den Schoos des Vater Rheins zu sinken; smaragdgrün erschimmern Luxemburgs Nachbarhügel; des nahen Frankreichs Lüfte wehen buhlerisch herüber: – doch immer tiefer hüllt sich die eingealterte Stadt in ihren Matronenmantel; senkt wehmüthig die tiefbraunen, katholischen Augen auf die Ruinen der Römerzeit, auf die porta alba und porta nigra (die jetzt fast ganz abgetragene Simeonskirche), auf die steinalte, achtbogige Moselbrücke, das Amphitheater (der Kaskeller) und den Aquädukt, oder betrachtet sinnend das erst in eine Kaserne verwandelte ehemalige kurfürstliche Schloß mit dem römischen Heidenthurme, die Cathedrale mit ihren kunstreichen Altären und ihrer marmornen Galerie, in der jetzt kein Erzbischof mehr den Segen spendet, oder die drei alten Abteien der Vorstädte, welche die neue Zeit in Kasernen und Fabrikgebäude umwandelte. Schmerzlich wendet sie den Blick und fühlt es tief, daß sie sei die letzte Leidtragende an der Bahre des römischen [⇐192][193⇒] Reichs, die äußerste deutsche Erinnerungswarte vor Frankreichs sturmbewegtem Norden, der letzte einsame Stern in dem goldgestickten Purpurmantel der deutschen Rheinlande. Doch – lustig wogt es auf den engen und unregelmäßigen Straßen auf und nieder; die 18,500 Einwohner scheinen es zu fühlen, daß eine neue Zeit gekommen sei mit andern und größeren Mühen und Hoffnungen; ein neues Leben blüht aus den Ruinen unter Borussia's Adlerpanier! Sitz der Regierung, eines Bischofs und Domcapitels, eines Handelsgerichts, Friedensgerichts und der Kreisbehörden für den Stadt- und Landkreis, besitzt T. ein treffliches Gymnasium mit einer 70,000 Bd. starken Bibliothek, ein Naturaliencabinet, eine gelehrte Gesellschaft mit einem Museum der Alterthümer, ein katholisches Schullehrer- und Priesterseminar, ein Landarmen- und Irrenhaus, ein großes Hospital, eine Hebammenbildungsanstalt, Bürger- und Musikschule und eine landwirthschaftliche und Strafanstalt. Obst- und Weinbau, Wollweberei, Wachsbleichen, Fabriken in Seife, Leder und Tabak, Schifffahrt Und Handel mit Moselwein und Holz bilden lebhafte Erwerbszweige. Das Theater in der Stadt und die angenehmen Spaziergänge und Lustörter in der reizenden Umgegend gewähren die angenehmste Unterhaltung. Und damit dem irdischen Glanze, welcher in goldenen Rebenzweigen die altkatholische Stadt umfängt, auch der höhere nicht fehle, schuf in ihr der Lichtengel religiöser Toleranz den Protestanten einen der herrlichsten Gottestempel, – die prächtige Liebfrauenkirche.

–i– [⇐193]

Quelle: Damen Conversations Lexikon, Band 10. [o.O.] 1838, S. 192-193.
Lizenz: Gemeinfrei
Faksimile
Faksimile

[229⇒] Trier (Franz. Treves) war ehedem ein Erzbisthum und eines der drei geistlichen Churfürstenthümer in Deutschland. Bei der ehemahligen Deutschen Reichs-Verfassung hatte der Churfürst von Trier – der sich zugleich Erzkanzler durch Gallien und das Arelatische Reich nannte, und dessen Besitzungen meistens um die Mosel herumlagen, von dem Rheinstrome aber in zwei ungleiche Theile getheilt wurden – mehrere Vorzüge sowohl bei den Kaiserwahlen als auch den öffentlichen Zusammenkünften. Ein Hauptgegenstand seiner Einkünfte waren die vielen Zölle am Rhein und an der Mosel. Seine Hauptstadt war Trier, dicht an der Mosel gelegen, eine der ältesten Städte (man hat ihre Erbauung fast 2000 Jahre vor Christi Geburt setzen wollen); nächst dieser war Coblenz (s. d. Art.) und die Festung Ehrenbreitstein die berühmtesten. Bei den neuerlichen wichtigen Veränderungen, besonders durch den Luneviller Friedens-Vertrag [⇐229][230⇒] von 1801, kam Trier größten Theils an Frankreich, und wurde nebst dem Fürstenthum Zweibrücken zum Saar-Departement gemacht, wovon Trier jetzt auch die Hauptstadt ist. Die noch übrigen etwaigen Besitzungen kamen an Nassau-Weilburg. [⇐230]

Quelle: Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 6. Amsterdam 1809, S. 229-230.
Lizenz: Gemeinfrei

Buchempfehlung

Droste-Hülshoff, Annette von

Ledwina

Ledwina

Im Alter von 13 Jahren begann Annette von Droste-Hülshoff die Arbeit an dieser zarten, sinnlichen Novelle. Mit 28 legt sie sie zur Seite und lässt die Geschichte um Krankheit, Versehrung und Sterblichkeit unvollendet.

48 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.

434 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon